Die wichtigsten Pokerturniere der Welt

Den neuesten Boom hat das klassischste aller amerikanischen Kartenspiele vor allem dem extremen Hype um die Online-Version von Poker zu verdanken. Doch die Grundlage des internationalen Pokerzirkus bieten nach wie vor die Live-Turniere. Nur hier entsteht die einzigartige Atmosphäre und das mythische Flair. Nur hier gibt es den direkten Kontakt der Kontrahenten. Und nur hier können die Gegner anhand von verräterischen Zeichen im Verhalten, Rückschlüsse auf die Stärke oder Schwäche einer Hand ziehen.

Die wichtigsten Live-Turniere des internationalen Poker, wie online casino, sind in Turnierserien zusammengefasst, die von unterschiedlichen Besitzern organisiert werden. Hier sollen die wichtigsten vorgestellt werden:

Die World Series of Poker (WSOP) – hier wird der Weltmeister gekürt

Diese Turnierserie existiert seit 1970 und war vor allem als Werbeveranstaltung für das Vegas Casino Binion`s Horseshoe gedacht. Besitzer Benny Binion lud zunächst die besten sieben Pokerspieler ein, die im ersten Jahr, den sogenannten Weltmeister noch ernannten. Ab 1971 entwickelte sich die WSOP dann Schritt für Schritt zur größten und mit Abstand einflußreichsten Turnierserie weltweit. Es lässt sich eigentlich sogar sagen, dass es das Turnierpoker – vor allem in der Variante Texas Holdem – in der uns heute bekannten Form, ohne die WSOP gar nicht geben würde.

Während es 1970 nur genau ein Texas Holdem Turnier gegeben hat, besteht die Turnierserie, die traditionell von Ende Mai bis Mitte Juli geht mittlerweile aus 74 Turnieren, die in allen erdenklichen Poker-Varianten und Höhen des Buy Ins ausgetragen werden. Die Sieger bekommen ein Siegerarmband, auch Bracelet genannt, welches als wertvollste Trophäe der Pokerwelt gilt.

Das abschließende Turnier der WSOP ist das Texas Holdem Turnier, mit einem Buy In von 10.000 Dollar, in dem der sogenannte Pokerweltmeister gekürt wird. Während 1971 der Sieger Johnny Moss noch lediglich 30.000 Dollar gewann, konnte 2006 der Gewinner Jamie Gold spektakuläre 12 Millionen Dollar einsacken. Bei diesem Turnier spielten 8.873 Spieler mit. Ein Rekord, der bis heute nicht mehr erreicht werden konnte.

Die meisten Turniere der WSOP konnte der Amerikaner Phil Hellmuth gewinnen. Mit 14 Bracelets und einer Gesamteinnahme von über 13 Millionen Dollar ist er der eigentliche „Mister WSOP“. Unter den 42 Pokerweltmeistern sind lediglich acht Nichtamerikaner. 2011 setzte sich der Deutsche Pius Heinz gegen 6.865 Kontrahenten durch und gewann über 8,7 Millionen Dollar.

Die World Series of Poker Europe (WSOPE)

Um der stetig wachsenden Popularität der WSOP, vor allem auch in Europa gerecht zu werden, hat der Besitzer der Rechte der WSOP Harrah`s Entertainment 2005 entschieden einen europäischen Ableger der World Series of Poker zu gründen. Die World Series of Poker Europe wurde 2007 zum ersten Mal in London ausgetragen und von der erst 19-Jährigen Norwegerin Annette Obrestad gewonnen. Sie konnte etwas mehr als zwei Millionen Dollar mit nach Hause nehmen. Die WSOPE fand bisher achtmal statt, konnte von fünf Amerikanern und drei Europäern gewonnen werden und wird dieses Jahr im tschechischen Rozvadov ausgetragen. Seit 2014 findet die World Series of Poker Europe im Wechsel mit der World Series of Poker Asia Pacific nur noch jedes zweite Jahr statt.

Die European Poker Tour (EPT)

Mit dem Aufstieg von PokerStars zur dominierenden Online Poker-Website wurde die neugeschaffene European Poker Tour zur mächtigsten Poker-Turnierserie Europas und zum perfekten Marketing-Tool für den Branchenführer. Gegründet wurde das Format 2004 vom TV-Produzenten und Hobby-Pokerspieler John Duthie gehört aber mittlerweile komplett der Firma PokerStars. Die Poker Serie funktionierte von Anfang an, wie vergleichbare Formate im Tennis oder Golf. Über das Jahr verteilt, fanden in zahlreichen europäischen Städten größere Turnierserien statt, in deren Mittelpunkt der von 5.000 bis 10.000 Euro teure Main Event stand. Die Turnierserie startet traditionell im August in Barcelona. Weitere traditionelle Stopps waren die EPT in Prag im Dezember, die PCA (PokerStars Caribbean Adventure) auf den Bahamas im Januar und das EPT Grand Final im Mai in Monte Carlo.

Das meiste Geld bei einem der Main Events konnte der Niederländer Pieter De Korver gewinnen. Er triumphierte beim Main Event des Grand Finals 2009 in Monaco und konnte dort über drei Millionen Euro gewinnen. Die Britin Victoria Coren Mitchell konnte bisher als Einzige in der 13-jährigen Geschichte der EPT zwei Main Events gewinnen. Mit der Deutschen Sandra Naujoks und der Engländerin Liv Boeree waren neben ihr noch zwei weitere Pokerspielerinnen erfolgreich. 2004 nahmen übrigens 229 Spieler am Main Event in Barcelona teil. 2016 waren es an selber Stelle gewaltige 1.785 Spieler, was gleichzeitig den Teilnehmerrekord darstellt.

Die World Poker Tour (WPT)

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Bereist zwei Jahr vor der EPT wurde 2002 mit der WPT eine weitere bis heute existente Pokerserie ins Leben gerufen. Der Gründer hieß Stephen Lipscomb und war in den USA Anwalt und TV-Produzent. Lipscomb prägte die ersten Jahre der Turnierserie und führte das Unternehmen bis 2009. Im selben Jahr wurde die WPT für 12,3 Millionen Dollar von der Firma PartyGaming übernommen. 2017 wurde die World Poker Tour ein weiteres Mal verkauft. Diesmal wechselte das Unternehmen für 35 Millionen Dollar zu Ourgame aus China.

So, wie der Konkurrent aus Europa , die EPT befindet sich auch die WPT in ihrer 14. Saison. Die wichtigsten Stopps sind ausnahmslos in den großen Städten und Casino-Resorts der Vereinigten Staaten. Die WPT Main Events kosteten die Teilnehmer immer 10.000 Dollar und waren damit um Einiges teurer als die meisten Turniere der EPT.

Viele Spieler konnten die WPT gleich mehrfach gewinnen. So der Däne Gus Hansen und der Spanier Carlos Mortensen mit jeweils drei Triumphen. Letzterer gewann auch die größte Siegprämie in der Geschichte der WPT. Bei der WPT Championship In Las Vegas 2007 eliminierte der Spanier 638 Kontrahenten und gewann gigantische 3,9 Millionen Dollar.

Australien Poker Championship – die Aussie Million

Neben den USA und Europa hat auch Australien eine weltweit bekannte Turnierserie etablieren können. Sie heißt Australien Poker Championship und ist gemeinhin nur als Aussie Million bekannt. Die Turnierserie ist vergleichbar mit der WSOP und wird seit 2001 im Januar und Februar jedes Jahres im Crown Casino in Melbourne ausgetragen. Der abschließende Main Event ist das wichtigste Pokerturnier der Südhalbkugel und hat auch den größten Preispool. In den ersten Jahren lag das zu entrichtende Buy In bei etwa 5.000 Dollar und ist seither auf etwa 10.000 Dollar verdoppelt worden. Bei der Aussie Million gab es 2006 auch das weltweit erste Highroller-Turnier mit einem gewaltigen Buy In von 100.000 Dollar. Mittlerweile ist sogar ein fest installiertes Turnier mit einem Buy In von 250.000 Dollar hinzugekommen.